leere hüllen - oder - was übrig bleibt

 

13 leere hüllen aus abfall

 

ab september 2010 sammelte ich ein jahr lang jeden monat, an einem spontan ausgewählten tag, allen anorganischen abfall der bei meiner arbeit als köchin im wohnheim frohberg in bern anfällt. diesen abfall nahm ich mit nach hause wo ich ihn mit verschiedenen techniken – kleistern, leimen, nähen, etc. - zu einer skulptur verarbeitete – jeden monat eine skulptur – eine leere hülle. so gehört zu jeder leeren hülle das menu von dem tag, an dem ich den abfall gesammelt habe.

da das mondjahr 13 monate hat - und da mir die zahl 13 besonders gut gefällt, werde ich eine 13. leere hülle anfertigen.

 

für mein projekt war mir wichtig, dass es mit meinem alltag, mit meinem leben zu tun hat.

bei meiner arbeit als köchin im frohberg – wohnen für lernende und studierende – fällt täglich eine menge abfall an – organischer abfall, aus dem biogas erzeugt wird, der im dafür vorgesehenen kübel landet – und anorganischer abfall wie: leere milch- und rahmtetrapackungen, butterpapiere, plastiksäcke und -beutel, glasflaschen, blechdosen, kartonschachteln, fleischpapier und vieles mehr.

 

abfall – Spuren menschlichen Lebens 

was übrig bleibt –

- wenn ausgepackt, ausgewickelt ist

- wenn das essen gegessen ist

- wenn die milch, das mineralwasser oder der eistee getrunken ist

- wenn der lippenstift aufgebraucht ist

- wenn der schmetterling ausgeschlüpft ist

- wenn die wespen ihre nester verlassen haben

- wenn die samen aus der samenkapsel gefallen sind

und –

das thema tod –

was übrig bleibt – wenn der mensch gestorben ist - die leere körperhülle